Volkssport Data Mining

Sobald man hier irgendeine Form von Dienstleistung bezieht, wird einem zuerst einmal ein kleines Kärtchen gereicht, auf dem man seine persönlichen Daten eintragen muß. Selbst die Friseuse möchte meine Adresse und möglichst auch noch mein Jahreseinkommen wissen. Jede Behörde, jedes Amt und auch der Fahrradmann an der Ecke hat meine Telefonnummer. Bei Weigerung wird die entsprechende Dienstleistung dann einfach nicht erbracht. Die meisten Japaner scheinen auch ungefähr zwanzig Bonuskärtchen mit sich herumzuschleppen und hoffen damit möglichst viele Punkte zu sammeln. Punkte? Was für Punkte? Man glaubt, daß die Leute an irgendeinem bekloppten Rollenspiel teilnehmen und indem sie viele Fischköpfe und sauer-vergorene Sojasprossen kaufen, schnell auf ein höheres Level aufsteigen. Die Geheimzahl für mein Bankkonto wird nicht elektronisch ermittelt und dann mit der Post an mich geschickt, sondern ich suche sie mir selbst aus, schreibe sie dann auf ein Formular, daß jeder Bankangestellte einsehen kann und muß sie zusätzlich bei jedem Furz in der Bank nocheinmal auf einen anderen Zettel aufschreiben. Um den Datenschutz ist es hierzulande wirklich arg bestellt.

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