Tôkyô

Archiv für April 2007

Werben

Verfasst von: binsento in: Samstag, 21 April, 2007

Das Wahlwochende bedeutet für alle Bewohner Tokyos eine konstante Lärmbelästigung, die ihresgleichen sucht. Ohne Unterlass quäken aus allen Straßen die Lautsprecher der Wahlkampfwagen und wünschen mir, je nach Tageszeit, einen guten Morgen, einen wunderschönen Tag und gute Nacht. Dabei scheint es lediglich darum zu gehen, die Bekanntheit des Kandidaten zu erhöhen. Man würde es niemals [...]

Kämpfe

Verfasst von: binsento in: Montag, 16 April, 2007

Das gefühlte politische Desinteresse der Japaner scheint unendlich zu sein. Viele Studenten wählen erst überhaupt nicht, und wenn, dann höchstens ihren Eltern folgend. Die Wahlbeteiligung bei der Stadtparlamentswahl kriecht dann gerne auch mal knapp über vierzig Prozent vor sich hin. Nach der großen Wahlreform Anfang der neunziger Jahre, vor der die Stimme eines Bauers aus [...]

Gelber Sand

Verfasst von: binsento in: Donnerstag, 5 April, 2007

Neben den ganzen unerwünschten, weil nach Knoblauch riechend und sowieso pauschal kriminell, Einwanderern aus China, kommen von dort mehrmals im Jahr auch große Mengen Wüstensand nach Japan geweht, die, wenn es am gleichen Tag auch noch gewittert, eine geradezu apokalyptische Atmosphäre erzeugen. Hier dokumentiert mit der Digitalkamera einer Mitbewohnerin.

Aussichten auf ein Ende

Verfasst von: binsento in: Dienstag, 3 April, 2007

Während ein paar seltenen Minuten, die ich vor dem Fernseher verbracht habe, lief ein Werbespot für den Enschuldigungsring aus Platin. Nach einem langen, entbehrungsreichen Arbeitsleben, kommt der verbrauchte Sarariman eines Abends nach Hause zu seiner verbrauchten Frau, um die letzten Jahre seiner Existenz endlich mit dem wertvollsten zu verbringen, was er jemals gehabt hat. Gleichzeitig [...]

Begegnungen

Verfasst von: binsento in: Montag, 2 April, 2007

Das neue Semester an der Waseda-Universität beginnt nächste Woche. Heute bei den Selbstdarstellungsfeierlichkeiten der studentischen „Clubs“ heute dann archaische Szenen: Zwischen den Cheerleadern mit den kurzen Röckchen und dem Blasorchester tauchten irgendwann uniformierte Fahnenträger auf, deren einzige Aufgabe darin zu bestehen schien, möglichst böse auszusehen und zum richtigen Zeitpunkt zu schreien. Der Moment, in dem [...]